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16. Mai 2007

Darwins Alptraum

Filmveranstaltung anschl. Diskussion

Eigentlich sind im Kino alle Geschichten erzählt. Alles, was noch kommt, kann höchstens clevere Variation sein. Für den Dokumentarfilm gilt dies nicht unbedingt. Engagierten Filmemachern wie Sauper ist es zu verdanken, dass es noch etwas Neues zu entdecken gibt. Er sorgt mit seiner bedrückend brillanten Doku dafür, dass die westliche Welt die Augen nicht mehr länger vor existenziellen Problemen in Afrika verschließen kann - jedenfalls nicht ohne schlechtes Gewissen.

Die unglaubliche Geschichte, die der in Paris lebende Österreicher Hubert Sauper innerhalb von drei Jahren in einem Mini-Team lediglich mit einem Assistenten filmte, nimmt ihren Anfang irgendwann in den 60er Jahren. Zu dieser Zeit setzte ein Regierungsbeamter in einem Experiment ahnungslos ein paar Nilbarsche im Viktoriasee aus, obwohl diese Riesenfischart in dem zweitgrößten Südwassersee der Erde bis dahin nicht heimisch war. Die ökologischen Folgen waren katastrophal. Innerhalb von einigen Jahrzehnten fraßen die Barsche einen Großteil der anderen Fische auf.

Der »Clou» dabei: Das Filet des Edelfisches lässt sich teuer nach Europa verkaufen. Und so starten auf dem Flugplatz in Mwanza, Tansania, täglich Transportmaschinen mit 50 Tonnen Fischfilets in ihren dicken, stählernen Bäuchen. Entarteter Kapitalismus. Nur der Stärkste überlebt. Darwins Albtraum eben.

Darwins Alptraum

Filmveranstaltung anschl. Diskussion

mit Helmut Scholz, Mitgl. Bundesvorstand der Linkspartei, Koordinator der Europäischen Linkspartei

Claudia Heydt, Informationsstelle Militarisierung e.V.

Peter Wahl, ATTAC, WEED

Silvia Helbig, Bereich Jugend beim Bundesvorstand des DGB, Jugendkulturarbeit...

16. Mai | Kino Balazs | Karl-Liebknecht-Straße 9 | 10178 Berlin

19 Uhr Film | 21 Uhr Podiumsdiskussion

Eintritt: 2,50 Euro