Mubarak muss zurücktreten -
die deutsche Politik im arabischen Raum muss sich grundsätzlich
ändern
Anlässlich der aktuellen Entwicklung in Ägypten
erklären die Mitglieder des Vorstandes
der Partei DIE LINKE, Wolfgang Gehrcke, Tobias Pflüger,
Christine Buchholz:
Ein Geheimdienstchef mit ausgezeichneten Beziehungen zum
Mossad und zum CIA, eingesetzt
als Vizepräsident und möglichen Nachfolger im Amt
des Präsidenten, spricht nicht für Demokratisierung
sondern für Militarisierung. Das lässt Schlimmes
für die Entwicklung in Ägypten
befürchten. Das Regime in Ägypten hat nach außen
die innere Machtbalance wieder hergestellt,
aber die Ruhe in Kairo ist eine Friedhofsruhe.
Sie wird nicht von Dauer sein. DIE LINKE unterstützt
die Forderung der Demonstranten
nach Rücktritt von Hosni Mubarak und nach freien Wahlen.
Alle Wahlen in den vergangenen
zwei Jahrzehnten waren eindeutig gefälscht, mit Wissen
und Tolerierung von Regierungen der USA
und von EU-Staaten.
Die deutsche Außenpolitik gegenüber den arabischen
Ländern muss grundlegend geändert
werden. Die Doppelbödigkeit im Umgang mit Menschenrechten
muss beendet werden. Mit
dem Hinweis auf die Stabilität in der Region dürfen
nicht beide Augen zugedrückt werden,
wenn es z. B. um Pressezensur oder inhaftierte Oppositionelle
geht. Ein wesentlicher Auslöser für
die aktuellen Massenproteste in Ägypten waren steigende
Lebensmittelpreise. Genau daran trägt
aber insbesondere die Wirtschaftspolitik von EU und EU-Mitgliedsstaaten
wie Deutschland wesentliche Mitschuld.
In Ägypten, Jordanien, Tunesien, Jemen u.a. Ländern
der Region müssen grundlegende demokratische und soziale
Veränderungen erfolgen. DIE LINKE fordert von der Bundesregierung
insbesondere die Waffenlieferungen aus den EU-Staaten in den
Nahen Osten sofort zu stoppen. Deutschland als Mitglied des
Weltsicherheitsrates steht hier in einer besonderen Verantwortung.
DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, Mubarak nicht
weiter zu unterstützen und
wünscht der demokratischen Protestbewegung Erfolg.
Wolfgang Gehrcke: "Es muss Schluss sein mit den doppelten Standards:"
Berlins Regierungsviertel war gestern (26.11.10) wie im Belagerungszustand.
Die komplette Bannmeile rund um den Reichstag sowie der Pariser
Platz waren abgesperrt. Bürgerliche Medien führte
ganze wochenlang eine Terrorismusdebatte und trotzdem kamen
mehr als 4.000 Menschen - trotz des anhaltenden Schneeschauers
und Temperaturen um den Gefrierpunkt - zum Brandenburger Tor
und protestierten gegen das zeitgleich im Bundestag diskutierte
Sparpaket.
Die Redner_innen betonten immer wieder das eine Thema: “Erst
Milliarden für Banken und Konzerne locker gemacht, jetzt
wälzen sie die Kosten der Krise auf Geringverdiener und
Erwerbslose ab." Mitglieder DER LINKEN verteilten rote
Luftballons mit der Aufschrift „Sparpaket stoppen –
Mut zur Wut.“ Transparente trugen Aufschriften wie:
"Die wahren Terroristen sitzen in den Vorstandsetagen!“
oder „Politischer Streik jetzt!“ Losungen wie:
“Rote Karte für das Sparpaket“ „“Sparpaket
stoppen“ standen auf vielen Plakaten. Auch die Gewerkschaften
IGM und Verdi waren vertreten.
Ein Vertreter des Berliner Bündnisses 'Wir zahlen nicht
für eure Krise' sagte: “Wir zeigen der Regierung
die rote Karte. Unsere Botschaft für das Sparpaketes
ist klar! Die Konzerne und Banken, die Profiteure der Krise
bleiben verschont. Stattdessen werden mit Rentnern, Hartz-IV-Empfänger,
Familien und Alleinerziehenden jene zur Kasse gebeten, die
sowieso schon am ärmsten sind.
Dann trat um ca. 10.30 Uhr Gregor Gysi auf und sagte: 'Die
erste Gemeinheit der Regierung besteht schon darin, im beginnenden
Winter, so was zu beschließen. Die hätten das ja
auch im Frühjahr gemacht, dann wären wir mindestens
zehnmal so viel gewesen.' Abgesehen davon, gehe es um soziale
Ungerechtigkeit. In der Finanzkrise sei der Bundestag innerhalb
einer Woche in der Lage gewesen, den privaten Banken 480 Milliarden
€ zur Verfügung zu stellen. 'Aber da ging es ja
auch um die Rettung der Banken und nicht um soziale Gerechtigkeit',
"Es sind die Lobbyisten der großen Banken und Konzerne
die der Bundesregierung sagen, was sie zu tun hat. Noch nie
haben die mit einer Hartz IV-Empfängerin gesprochen,
ob es der Recht ist, dass sie das Elterngeld verliert."
fügte Gysi hinzu.
Kurz vor 11 Uhr stießen etwa 400 Berliner SchülerInnen,
die aus Solidarität dem Unterricht fernblieben, noch
vor Beginn der Demonstration zur Kundgebung hinzu mit den
Transparenten und Plakate: “Hol Dir Dein Leben zurück.
Gegen Perspektivlosigkeit und Leistungsterror“, "Klasse
gegen Klasse. Kapitalismus zerschlagen.“. "Das
Kapital schlägt zu. Wir schlagen zurück“,
oder "Sie sagen kürzen. Wir sagen stürzen.“
Ein Vertreter der Schülerdemo hielt einen von den besten
Redebeiträgen des Tages und wies darauf hin, dass Anspruch
und Wirklichkeit der Demokratie in Deutschland meilenweit
auseinander liegen. Man versuche in der Schule mündige
Demokraten aus ihnen zu machen, sagte der Schülervertreter.
Wer aber an einer Demo gegen den Sozial- und Bildungsabbau
teilnehme und vom Unterricht fernbliebe, um demokratisches
Verhalten einzuüben, habe nun mit Repressalien durch
Lehrer und Schulbehörden zu rechnen. "Leider mussten
wir feststellen, dass das mit der Demokratie nur im Lehrbuch
steht“, sagte er zum Schluss seiner Rede. Bevor sich
der Demonstrationszug in Richtung Großer Stern bewegte,
sang der Rapp Sänger Holger Burner 2-3 Texte und forderte
die Bundesregierung auf, anzuerkennen, dass auch in Deutschland
Armut Realität sei. Danach setzte sich der Demonstrationszug
um 11.15 Richtung Siegessäule in Bewegung. Die Demonstration
wurde ein paar Mal von der Polizei unterbrochen, weil einige
Teilnehmer versuchten, die Absperrung in Richtung Reichstag
zu durchbrechen.
m Anschluss an die Demonstration auf der Straße des
17. Juni zogen einige Demonstranten vom großen Stern
aus spontan quer durch den Tiergarten zur Parteizentrale der
CDU. Dort gelang es den Demonstranten, sich im öffentlichen
Raum ein wenig Gehör zu verschaffen. Der Verkehr lag
kurzzeitig lahm, die Einsatzkräfte mussten sich große
Mühe geben, die dortige Straßenkreuzung räumen.
Die Demo ging um 13.30 Uhr zu Ende.
GEGEN STUTTGART 21 WURDE ERNEUT IN BERLIN PROTESTIERT
Am 18.10.10 versammelten sich ca. 60 Menschen um 19.00 Uhr
vor dem Bahntower auf dem Potsdamer Platz mit Transparenten,
Fahnen, Trillenpfeifer, Vuvuzellas, um sich mit den Stuttgart
21-Gegnern sich solidarisieren.
Stopp Stuttgart 21!
Um 19.00 Uhr begann die Aktion nach einem einminütigen
Lärm-Konzert. Der Gastredner der Kundgebung war ein Aktivist
des Mehr Demokratie e.V. aus Stuttgart. Er berichtete über
die letzten Aktivitäten in Stuttgart. Er sagte, dass
sein Verein eine Unterschriftenaktion mit dem Motto „Sauer
über Stuttgart 21“ initiiert habe, bei der sich
7.000 Leute eingetragen haben; diese Anzahl würde bei
der Aktion in Gurken regelrecht „umgesetzt“. Der
Aufruf lautete wie folgt: „Wir sind das Volk. Jede saure
Gurke steht für den Unmut darüber, wie in Stuttgart
mit dem Willen der Bürgerinnen und Bürger umgegangen
wurde und wird. Für fair geregelte direkte Demokratie
in Baden-Württemberg. Für einen Bürgerentscheid
zu Stuttgart 21! “
Er zeigte den DemonstrantInnen einige (Rest)Sauergurke, welche
er aus Stuttgart mitbrachte. Die Aktion ging ca. um 19.45
Uhr zu Ende.
Niederländischer Rassist Geert Wilders war in Berlin nicht willkommen
Das Bündnis "Rechtspopulismus stoppen" und einige antifaschistische Gruppen und Parteien, u. a. DIELINKE und DIDF, protestierten in der Nähe des Hotels Berlin gegen Wilders Besuch.
Der Veranstaltungsort war bis zuletzt geheim gehalten worden - angeblich aus Sicherheitsgründen.
Trotzdem nahmen rund 150 Demonstranten an den Protesten teil. Die Protestaktion verlief friedlich.
Auf Transparenten der Demonstranten war unter anderem zu lesen "Sofortige Auflösung aller faschistischen und rassistischen Organisationen" sowie "Berlin gegen Nazis - Blockieren ist unser Recht", „Kein Podium für Rassisten“, „Wilders: Eine Schande für die Niederlande“.
Kein Podium für Rassisten!
Die Kritik der Protestler richtete sich auch gegen das Hotel, weil es die Veranstaltung mit dem Politiker ausgerichtet hatte.
Dirk Stegemann eröffnete die Kundgebung und beklagte die Geheimnistuerei der Polizei, die bei der geringen Teilnahme eine Rolle gespielt hatte und dankte den TeilnehmerInnen, die trotzdem gekommen waren.
An der Kundgebung nahmen auch die Linken-Politikerinnen Ulla Jelpke und Sevim Dagdelen teil. Die Landtagsabgeordnete Clara Hermann (die Grünen) und die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (die Linke) hielten eine Rede.
"Wilders, Sarrazin ... und die Junge Freiheit, alle haben die gleiche Strategie - die Stigmatisierung, Kriminalisierung und Diskriminierung einer gesamten Gemeinschaft, und dies sei Rassismus und Fremdenfeindlichkeit."
Sevim Dagdelen sagte, dass sie es skandalös fände, dass das Hotel Berlin eine solche Veranstaltung zulasse." Das Hotel habe gute Verbindungen zu ausländischen Politikern und Diplomaten, Wilders dagegen sei "eindeutig ein Rassist". Das Hotel ziehe damit die ganze Stadt in den Dreck. Es sei wichtig, dass eine Stadt wie Berlin zeige, dass es keinen Platz für Rassismus gebe.
Sevim Dagdelen fügte hinzu, dass der Kapitalismus dafür verantwortlich sei und mehr Demokratie statt Integration angebracht sei. Es gebe keine Parrallel-Gesellschaften.
Sie betonte, dass die MigrantInnen nicht Hass, sondern Anerkennung und Gleichberechtigung bräuchten, wenn wir friedlich
zusammen leben wollen.
Am 30. August verurteilte der Geschäftsführende
Parteivorstand die jüngsten, nicht hinnehmbaren rassistischen,
antisemitischen, menschenverachtenden Äußerungen
von Thilo Sarrazin und fordert alle Parteigliederungen auf,
sich an den Protesten gegen diese Ausfälle zu beteiligen:
1. Wir sind empört über die erneuten Ausfälle
von Thilo Sarrazin. Die These, dass muslimische Zuwanderer
in irgendeiner Weise für das Elend von Menschen in Deutschland
verantwortlich sind, weisen wir entschieden zurück. Auch
die Behauptung, Jüdinnen und Juden hätten eine gemeinsame
genetische Prägung, ist vollständig inakzeptabel.
Sarrazins Thesen sind rassistisch und antisemitisch. Er ist
untragbar in öffentlichen Ämtern.
2. Arbeitslosigkeit, Armut und das Entstehen bzw. die Vergrößerung
von “Unterschichten” sind nicht das Ergebnis “fehlender
Intelligenz”, Zuwanderung oder genetischer Unzulänglichkeiten.
Sie sind die Folge der Unfähigkeit des Marktes, die Bedürfnisse
aller Menschen zu befriedigen, und des Unwillens der Politik,
im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung in den Markt
einzugreifen.
3. Auch die Unterstellung, Muslime wären unfähig
oder Unwillens, sich in die Gesellschaft zu integrieren, lehnen
wir ab. Die Statistiken zeigen ein anderes Bild: 80 Prozent
der Migrantinnen und Migranten in Deutschland mit muslimischem
Hintergrund können Einkommen aus Lohn, Gehalt oder Selbständigkeit
vorweisen. Für 89 Prozent der befragten Muslime genießt
Demokratie ein hohes Ansehen. Nach einer kürzlich erschienenen
Umfrage des US-Instituts Gallup artikulierten 40 Prozent der
befragten Muslime eine “enge Bindung zur Bundesrepublik”,
bei den nichtmuslimischen Befragten waren es nur 32 Prozent.
4. Wir stellen fest, dass Sarrazin auf einer ausländerfeindlichen
und anti-muslimischen Stimmung aufbauen kann, die über
Jahrzehnte von weiten Teilen der Politik und Medien geschürt
wurde und fordern diese zu einer Kehrtwende auf.
5. Wir stellen außerdem fest, dass es der Mehrheit
der Menschen in diesem Land, unabhängig von ihrer Herkunft,
Religionszugehörigkeit, Hautfarbe, ihrer sexuellen Orientierung
oder ihrem Geschlecht, nur besser gehen wird, wenn wir Spaltungen
überwinden und uns gemeinsam und solidarisch für
eine gerechte Verteilung des Reichtums in Deutschland einsetzen.
Der einzige wirkliche Gegensatz in diesem Land besteht zwischen
Oben und Unten.
6. Wir bitten alle Parteigliederungen, sich an den Protesten
gegen Sarrazins Äußerungen zu beteiligen und im
Sinne dieses Beschlusses aktiv zu werden.
7. Wir fordern den Vorstand der Bundesbank auf, umgehend
bei der Bundesregierung eine Entlassung von Thilo Sarrazin
aus dem Vorstand der Bundesbank zu beantragen. Wir fordern
die Führungsgremien der SPD auf, umgehend gegen Thilo
Sarrazin tätig zu werden. Die SPD-Führung hat es
selbst in der Hand, ob und wie lange Thilo Sarrazin seine
menschenverachtenden Thesen als Mitglied ihrer Partei verbreiten
kann.
Sparpaket ist Gefahr für Demokratie und Aufschwung
„Diese Regierung ist eine Gefahr für die Demokratie
und den wirtschaftlichen Aufschwung“, kommentiert Michael
Schlecht den bevorstehenden Kabinettsbeschluss zum Sparpaket
der Bundesregierung. „Würde die Regierung endlich
die Krisenverursacher und Krisengewinnler zur Kasse bitten,
wäre keine einzige Sozialkürzung des Sparpakets
notwendig.“ Der Chefvolkswirt der Fraktion DIE LINKE
erklärt:
„Die fetten Jahre für Konzerne und Superreiche
gehen weiter. Die Gewinn- und Vermögenseinkommen sind
im zweiten Quartal 2010 um 22 Prozent gestiegen, die Einkommen
der Arbeitnehmer dagegen nur um 2,5 Prozent. Die Bundesregierung
sichert der Atomlobby und den Hotelbesitzern die Profite,
während sie den Familien und Arbeitslosen den letzten
Cent aus der Tasche zieht. Diese schamlose Begünstigung
von Konzernen und Superreichen ist die zentrale Ursache der
schwersten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren.
Daher fordert DIE LINKE einen Spitzensteuersatz von 53 Prozent
bei deutlicher Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen
sowie eine Millionärssteuer von 5 Prozent auf Vermögen
über 1 Million Euro. Damit käme genug Geld in die
öffentlichen Kassen, um den Aufschwung durch öffentliche
Investitionen zu sichern.“
das Bündnis
Mitte gegen Rechtsextremismus (BMgR) ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen, Vereinen, Initiativen und Parteien, das sich gegen Rechtsextremismus im Bezirk Mitte engagiert. Das Bündnis besteht seit Herbst 2009 und versucht, mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit Gefahren vom rechten Rand und rechtsextremen Einstellungen entgegenzuwirken.
Leider gab es im vergangenen Jahr mehrere rechtsextrem motivierte Gewalttaten im Bezirk Mitte. Seit diesem Jahr treibt eine neonazistische Kameradschaft ihr Unwesen im Bezirk, die schon mehrfach gewaltbereit aufgefallen ist. Diese Tendenzen zeigen, dass Handeln geboten ist.
Das BMgR hat eine Kampagne im Wedding gestartet, um im öffentlichen Raum zu zeigen, dass Nazis in unserem Bezirk keine Chance haben. Wir wollen dazu beitragen, die Vielfalt im Wedding zu verteidigen und dies offensiv demonstrieren. Außerdem wollen wir über die konkrete und aktuelle Gefahrenlage informieren und die Bevölkerung aufklären. Nicht zuletzt hoffen wir, durch diese Kampagne mehr Menschen in Mitte davon zu überzeugen, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren, ob bei uns im Bündnis oder anderswo.
Dazu haben wir Plakate und Flyer entworfen, die im Bezirk aufgehängt und verteilt werden sollen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen würden. Jeder Betrag hilft uns, bei unserer Arbeit gegen Rechtsextremismus. Spenden können
auf folgendes Konto überwiesen werden:
Sollten Sie selbst Interesse haben, die Plakate und Flyer zu verteilen oder bei Ihnen im Laden auszulegen, wenn Sie weitere Informationen vom Bündnis haben oder selbst aktiv
werden möchten, können Sie uns über die folgende Emailadresse erreichen: kontakt[at]bmgr.de.
Außerdem finden Sie weitere Informationen über das BMgR über die Webadresse www.bmgr.de.
Wirkungsvoller Protest gegen Büroeröffnung von
Pro Deutschland und weitere Verbreiterung des Bündnisses
gegen Rassist_innen in Berlin!
Als „erfolgreich, lautstark und sehr wirkungsvoll“
bezeichnet das Bündnis gegen die Rassist_innen
von Pro Deutschland die Proteste gegen deren Büroeröffnung
in Berlin. „Einmal mehr haben wir
gezeigt, dass Nazis, Rassist_innen bzw. sogenannte Rechtspopulist_innen
keinen Platz in Berlin
haben“. Etwa 50 Unterstützer_innen und Bündnispartner_innen
fanden sich trotz der sehr
kurzfristigen Mobilisierung, der Uhrzeit, der Ferienzeit und
des weit ab vom Zentrum gelegenen
Ortes zusammen, um Pro Deutschland die Illusion zu nehmen,
irgendwo ungehindert ihre
rassistischen Parolen und Ressentiments verbreiten zu können.
Erfreulich auch, dass hierbei neue
Vertreter_innen von Initiativen, Organisationen, Vereinen
und Parteien aus anderen Bezirken Berlins
sowie des Bezirksamtes Marzahn/ Hellersdorf einschließlich
der Bürgermeisterin Frau Dagmar Pohle
das Bündnis verstärkt haben. Nicht zuletzt deshalb
gelingt es der selbsternannten „Bürgerbewegung
Pro Deutschland“ weiterhin nicht, sich über eine
Kriminalisierung der Teilnehmer_innen der Proteste
zu legitimieren. Dem Ziel, das Bündnis noch breiter und
wirkungsvoller in ganz Berlin zu etablieren
sowie die Chancen für Rassist_innen und Nazis bei den
Wahlen zum Abgeordnetenhaus 2011 weiter zu minimieren, sind wir damit einen entscheidenden Schritt näher gekommen.
Neben diesen
Protesten sowie weiteren geplanten, etwa gegen den Besuch
des niederländischen Rassisten Geert
Wilders am 02. Oktober in Berlin auf Einladung der ebenfalls
rassitischen, selbsternannten
Bürgerbewegung „Pax Europa“ und dem rassistischen
Webblog „Politically Incorrect“ kündigt das
Bündnis eine verstärkte Aufklärung über
die wirklichen Inhalte und Ziele sogenannter
rechtspopulistischer Parteien und Gruppierungen in Berlin
an.
Wir werden es nicht zulassen, dass selbsternannte Bürgerbewegungen
mit ihrer Spaltungs- und
Ausgrenzungspropaganda gegen ganze Bevölkerungsteile
nach konstruierten Merkmalen wie
Herkunft, Religion, sozialem Status oder ihrer Lebensweise
erfolgreich sind. Auch nicht über eine
als Deckmantel dienende angebliche Islamkritik. Rassismus
jeglicher Ausprägung sowie Homo- und
Transfeindlichkeit erteilen wir eine eindeutige Absage! Für
ein selbstbestimmtes und
gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen!
Presseerklärung des Bündnisses gegen den Parteitag von „Pro-Deutschland“
Mobilisierungsveranstaltung für die Demo gegen den Naziaufmarsch
am 13. Februar 2010
Erneut planen Nazis aus ganz Deutschland und Europa, im Februar
zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens aufzumarschieren.
Die Erfahrung zeigt, dass breite Mobilisierungen ein Mittel
sind, um wirksam gegen Nazis vorzugehen. Du kannst mithelfen,
sie zu stoppen. Komm mit nach Dresden!
Mit RednerInnen:
• Rolf Becker (Schauspieler und Gewerkschafter - angefragt)
• Sevim Dagdelen MdB (Die LINKE und DIDF)
• Celal Altun (Türkische Gesellschaft e. V.)
• VertreterIn der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
(VVN-BdA)
Mit einer Theateraufführung des Jugendtheaters „Moabit
21“
Nach widerlichen Artikeln auf Nazi-Portalen über den Wedding und wiederholten gewalttätigen Übergriffen, unter anderen am 19.09.2009 am Leopoldplatz und am U-Bhf. Rehberge, soll auf diese Probleme lautstark hingewiesen werden.
Im Kampf gegen Rechts wird meistens nur über Verbote gesprochen, wir wollen aber auch, dass sich nachhaltig und präventiv mit dem Problem auseinandergesetzt wird. Die beste Prävention gegen rassistisches Gedankengut ist eine lebhafte und demokratische Zivilgesellschaft.
Wir müssen den Rechten aber auch direkt auf der Straße Paroli bieten. Überall wo Rechtsextreme mit Aufmärschen ihren Rassismus in die Öffentlichkeit tragen wollen, werden wir als Bürger gegen die Rechten demonstrieren und lokale Bündnisse gegen Rechts unterstützen. Es ist wichtig, dass sich viele Menschen an Anti-Nazi Demonstrationen beteiligen, damit Nazis nicht ungehindert marschieren können. Wir werden Aufmärsche behindern und blockieren!
Deshalb rufen wir alle Mitbürger und Mitbürgerinnen auf, die fremdenfeindliche, rechtsextremistische, antisemitische und rassistische Äußerungen und Gewalttaten sowie menschenverachtende Hetze, Terror und Mordtaten der Faschisten nicht länger dulden wollen, auf:
dem Bündnis Mitte gegen Rechtsextremismus beizutreten.
Deswegen treffen wir uns am
17.10.2009 ab 12:30
auf dem Rathausvorplatz vor dem Rathaus Wedding an der Müllerstraße (U-Bahnhof Leopoldplatz)
zu einer KUNDGEBUNG.
Wir wollen stimmgewaltig und entschlossen den Kampf gegen die Nazis aufnehmen.
Als Gastredner freuen wir uns auf
- Prof. Hajo Funke, FU-Berlin
- Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte
- Dr. Delal Atmaca, Migrationsrat Berlin Brandenburg e. V.
Die Kundgebung wird von einem musikalischen Rahmenprogramm begleitet:
- Daad (Hip Hop)
Wir, ein Bündnis gegen Rechtsextremismus in Mitte, befinden uns zur Zeit in der Gründung. Kommt deshalb zur Kundgebung, vernetzt euch mit uns und zeigt Flagge gegen die Nazis! Wir alle tragen Verantwortung für eine tolerante Gesellschaft.
348.327 Menschen haben in Berlin DIE LINKE gewählt und damit ihren Wunsch nach mehr sozialer Gerechtigkeit zum Ausdruck gebracht. Diesen Auftrag werden wir ernst nehmen. Der sich abzeichnenden Verschärfung der sozialen Gegensätze unter einer schwarz-gelben Bundesregierung werden wir uns als gestärkte Opposition im Parlament und gegebenenfalls auch auf der Straße widersetzen und weiterhin für unsere politischen Alternativen werben.
DIE LINKE ist im Ostteil der Stadt mit 33,8% wieder klar als stärkste Partei gewählt worden. Im Westteil haben wir mit 10,8% zum ersten Mal ein zweistelliges Ergebnis erzielt und sind damit in allen Bezirken zu einem politischen Faktor geworden, der nicht mehr ignoriert werden kann. Der Umstand, dass wir hier gerade in den Gebieten besonders stark gewählt wurden, in denen überdurchschnittlich viele sozial Benachteiligte und Ausgegrenzte leben, zeigt, dass DIE LINKE für diese Menschen immer mehr zur Hoffnungsträgerin wird.
Eine besondere Freude ist für uns der Gewinn von vier Direktmandaten. Gregor Gysi, Petra Pau und Gesine Lötzsch sind durch ihre Wiederwahl für ihr großes Engagement für ihre Wahlkreise in den zurückliegenden Jahren belohnt worden und konnten das Vertrauen ihrer Wählerinnen und Wähler rechtfertigen. Stefan Liebich hat sich in Pankow durchgesetzt und wird es ihnen in kommenden Jahren ganz sicher gleich tun. Ihnen und auch Halina Wawzyniak gratulieren wir ganz herzlich zu ihrer Wahl als Abgeordnete des Deutschen Bundestags.
Mit einer Ausstellung im LinksTreff wollen die Basisorganisationen der LINKEN im Wedding an den Blutmai in Berlin vor 80 Jahren erinnern.
Die Bezeichnung "Blutmai" geht auf den Streikaufruf der KPD vom 2. Mai 1929 zurück, in dem es hieß: "Zörgiebels Blutmai - das ist ein Stück Vorbereitung des imperialistischen Krieges! Das Gemetzel unter der Berliner Arbeiterschaft - das ist das Vorspiel für die imperialistische Massenschlächterei!"
Am Morgen des 1. Mai sammelten sich Tausende von Arbeiterinnen und Arbeitern hauptsächlich in den Berliner Arbeitervierteln Wedding und Neukölln in Zügen von 50 bis 500 Menschen. Der 1. Mai fiel 1929 auf einen Mittwoch, in Preußen war er anders als in manchen anderen Ländern Deutschlands kein gesetzlicher Feiertag.
Unter dem Vorwurf, die KPD habe die Unruhen provoziert und einen Aufstandsversuch unternommen, gingen staatliche Stellen gegen die Partei und ihre Organe vor. Der Rote Frontkämpferbund wurde am 3. Mai in Preußen verboten, am 6. Mai erließ Reichsinnenminister Carl Severing (SPD) ein reichsweites Verbot, am 10. Mai wurde das Verbot von der Innenministerkonferenz der Länder ausgesprochen und bis zum 14. Mai in allen Ländern verkündet. Ein Verbot der KPD wurde erwogen, aber als nicht aussichtsreich aufgegeben.
Insgesamt wurden bei den Unruhen 33 Zivilisten getötet, 198 wurden verletzt, bei der Polizei gab es 47 Verletzte (Zahlen nach Buchner, Schirmann zählt 32 Tote, andere Quellen bis zu 38). Die Behauptung der Polizei, die Demonstranten hätten mit Schusswaffen Gegenwehr geleistet, ließ sich dadurch widerlegen, dass nachgewiesen werden konnte, dass der einzige Polizist mit Schussverletzung sich diese durch einen Unfall einige Tage vorher selbst beigebracht hatte. Der Munitionsverbrauch der Polizei lag nach amtlichen Angaben bei etwa 11.000 Schuss.
Eine amtliche Untersuchung der Polizeiübergriffe fand nicht statt, kein Polizist wurde angeklagt. Der Strafverteidiger Hans Litten gründete zusammen mit Alfred Döblin, Heinrich Mann und Carl von Ossietzky einen "Ausschuss zur Untersuchung der Berliner Maivorgänge", um die angeklagten Arbeiter zu unterstützen. Von den 1228 Festgenommenen stand nur etwa jeder zehnte direkt oder indirekt mit der KPD in Verbindung, nur 89 waren Mitglieder des RFB. Es kam nur zu 43 Verurteilungen, die Summe aller Strafen belief sich auf etwa 10 Jahre Gefängnis, die höchste Einzelstrafe betrug neun Monate.
Heute erinnert ein Gedenkstein auf der Walter-Röber-Brücke (Wiesenstraße) über die Panke in Berlin-Gesundbrunnen an den Weddinger Blutmai. Ursprünglicher Standort war die Kösliner Straße.
17.00 Uhr
Gedenkveranstaltung
für die Opfer des Weddinger Blutmais
Ort: Gedenkstein a.d. Walter-Röber-Bruecke
(Wiesenstraße/Ecke Uferstr.)
Mitwirkende:
Dr. Klaus Lederer
Landesvorsitzender der LINKEN. Berlin
Dr. Gerhard Fischer
Bundesvorstand VVN-BdA
(Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes)
Schalmaien-Orchester "Fritz Weineck"
32 getoetete Zivilpersonen
rund 2.000 Verletzte
Amtlich registrierte Opfer auf Seiten der Polizei:
0 getoetete Beamte
0 durch Schuss verletzte Beamte
Aus dem Archiv der Polizei ist zu ersehen:
dass die Beamten 10.981 Schuesse abgegeben haben, davon 7.885 aus
Pistolen und 3.096 aus Karabinern oder Maschinengewehren
Aus den "Leichensachen" der Polizeiabteilung I A ergibt sich:
a) dass kein einziges Todesopfer mit irgendwelchen Waffen gefunden wurde.
b) dass in keinem Fall zu beweisen ist, dass das Todesopfer ein Demonstrant war. Dagegen ist in der weit ueberwiegenden Mehrheit der Faelle nachgewiesen, daß der Getoetete unbeteiligt war.
c) daß von allen 32 Getoeteten nur einer Mitglied einer kommunistischen Organisation war.
Diskussion in der LINKEN über ein Grundsicherungskonzept nimmt Fahrt auf
Zur Gründungssitzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV der Partei DIE LINKE am 6. März 2009 in Berlin erklärt der Bundessprecher Werner Schulten:
Gründungsversammlung der BAG Hartz IV
Video: Gründungssitzung der BAG Hartz IV
In jüngster Vergangenheit gab es einigen Wirbel um ein Fraktionspapier der Bundestagsfraktion, das von vielen als "Hartz IV light" bezeichnet wurde.
Hierbei wurde deutlich, dass die Diskussion in der Partei über eine Neue Soziale Idee auf breiter Basis diskutiert werden muss. Im Januar gründete sich die neue Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV, die inzwischen mehr als fünfhundert Mitglieder zählt. Auf der gestrigen Gründungsversammlung wurde mit einer Gründungserklärung der Grundstein gelegt für eine breit angelegte Diskussion über eine LINKE Grundsicherung. Teilgenommen haben an der Gründungsversammlung rund hundert Mitglieder aus der LINKEN, aus Gewerkschaften ebenso wie aus Erwerbsloseninitiativen.
Ein Grußwort und kurze Statements hielten die Gründungsmitglieder Katja Kipping, stellvertretende Parteivorsitzende, die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestags-Fraktion Kornelia Möller und die im Anschluss in den SprecherInnenrat gewählte Bundestagsabgeordnete Elke Reinke. Zu den Gästen zählten auch der Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann und der Stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende Klaus Ernst. Letzterer begrüßte die Gründung ausdrücklich und betonte, dass das von ihm ausgegangene Fraktionspapier nicht anderes sei als ein Diskussionsbeitrag und Anstoß zu einer breiten Debatte in der Partei. Entscheiden müsse diese für die Partei existenzielle Frage letztlich die Parteibasis. Er sei sicher, dass die neue Bundesarbeitsgemeinschaft hierzu einen wichtigen Beitrag leisten werde.
In ihrer Gründungserklärung betont die BAG die Notwendigkeit eines radikalen gesellschaftlichen Umdenkens. Im Zentrum allen politischen Handels müsse der Mensch stehen und nicht weiter als Kosten- und Nutzenfaktor betrachtet werden.
Allen Konzepten einer Grund- oder Mindestsicherung, auch innerhalb der eigenen Partei, die nicht radikal mit der Hartz-Logik brechen, wurde eine klare Absage erteilt. Armutsfestigkeit, Abschaffung des Konstruktes Bedarfsgemeinschaft und absolute Sanktionsfreiheit sind in Verbindung mit einem ausreichenden Mindestlohn Mindestvoraussetzungen eines Sozialen Sicherungssystems der LINKEN.
Die BAG setzt sich für einen breiten Diskurs über die Zukunft der Arbeit und Formen solidarischer Ökonomie ein und wird offen über alternative Konzepte wie Bedingungsloses Grundeinkommen oder Bedarfsorientierte Grundsicherung diskutieren.
In den 16-köpfigen SprecherInnenrat wurden als gleichberechtigte Sprecher/innen Eva Bernardi, Mitglied des Landesvorstandes DIE LINKE. Bayern, und Werner Schulten gewählt.
"Da müssen wir schon über den kirchlichen Tellerrand hinaus blicken"
Interview mit "Christen pro Ethik"
Plakate, Radiospots, Zeitungsberichte, Straßenstände, Anzeige im Berliner Fenster der U-Bahn. Die Initiative "Pro Reli e.V." gibt Gas. Für Radiospots wurden sogar prominente Fürsprecher wie Günther Jauch oder Fußballer Arne Friedrich gewonnen. Die Initiative will, dass Berliner Schülerinnen und Schüler sich zwischen Ethik- und Religionsunterricht entscheiden müssen. Derzeit ist Ethik-Unterricht in den Klassen 7 bis 10 Pflichtunterricht. Religionsunterricht kann in den Klassen 1 bis 13 zusätzlich gewählt werden, muss er aber nicht. Bis zum 21. Januar will die Initiative 170.000 Unterschriften für einen Volksentscheid zusammenbekommen. Eine kleine Gruppe Christen nahezu wie die Gallier gegen die Römer in den Asterix-Filmen macht den Spuk nicht mit. uff´n wedding sprach mit Markus Strobl, Erstunterzeichner von "Christen pro Ethik".
Herr Strobl, ganz gleich was man von "Pro Reli" hält, bezüglich Öffentlichkeitsarbeit macht die Initiative auf jeden Fall ordentlich Dampf. Glauben Sie, dass die erforderlichen 170.000 Unterschriften für ein Volksbegehren zusammenkommen?
Ich hoffe nicht, würde es aber - angesichts des massiven Einsatzes auch von Bischof Huber und der offensichtlich in gewaltigem Umfang vorhandenen und teilweise in Gottesdiensten als Kollekte eingeworbenen Gelder auch nicht völlig ausschließen, wenn ich nur an die Plakatkampagne denke. Für den Fall, dass es zum Volksentscheid kommen sollte, wäre es wünschenswert, dass auch die Menschen, die für den Erhalt des gemeinsamen Ethik-Unterrichtes als Pflichtfach in der Lerngruppe eintreten, sich in der Öffentlichkeit deutlicher zu Wort melden. Da denke ich vor allem an die Parteien, die 2006 in Berlin das neue Fach eingeführt haben und es auch weiterhin unterstützen.
Sie als evangelischer Christ und viele weitere Christen wenden sich gegen diese Initiative. Erklären Sie uns bitte warum?
Als evangelischer Christ nehme ich mir, gemeinsam mit anderen evangelischen und katholischen Christen, die Freiheit, hier eine Position zu beziehen, die von der meiner Kirche abweicht. Warum? Weil wir es, gerade in einer Stadt wie Berlin, in der Menschen aus mehr als 100 Ländern und entsprechend vielen Religionen leben, unerlässlich finden, dass es in der Schule ein Fach gibt, in dem sich alle Schüler/innen gemeinsam unter fachkundiger Anleitung und Begleitung über die Grundfragen von Leben und Zusammenleben austauschen. Sie lernen hier unter anderem, die ersten vier Artikel unseres Grundgesetzes miteinander einzuüben. Ethiklehrkräfte berichten Beeindruckendes darüber. Natürlich gibt es ein verständliches Interesse der Kirchen, möglichst viele Schüler/innen mit ihrem Religionsunterricht zu erreichen. In den Klassen 1-6 wird ja im freiwilligen schulischen Angebot für die Kinder die Grundlage in der jeweiligen Religion oder Weltanschauung gelegt. Das wird in den Diskussionen oft ausgeblendet. Der Ethikunterricht wird nur von der 7.-10. Klasse gegeben. Da kann es dann schon sein, dass in einigen Fällen Religion nicht freiwillig zusätzlich zu Ethik gewählt wird. Jugendliche aus christlichen Elternhäusern besuchen in dieser Zeit ohnehin den Konfirmanden- oder den Firmunterricht. Aber in der Abwägung der Modelle müsste dieses Interesse der Kirchen und anderen Religions- bzw. Weltanschauungsgemeinschaften hinter dem Gemeinwohl zurücktreten, das wir durch Ethik repräsentiert sehen. "Suchet der Stadt Bestes", heißt es in der Bibel in Jeremia 29, Vers 7. Da müssen wir schon über den kirchlichen Tellerrrand hinaus blicken.
Die Initiative "Pro Reli" argumentiert, man wolle in Berlin nur die Wahlfreiheit zwischen Religionsunterricht und Ethikunterricht wie es auch in anderen Bundesländern üblich ist. Sollte Berlin hier einen Sonderweg gehen?
Wenn man immer so argumentiert, wird es nie eine gesellschaftliche Entwicklung geben. Das Land Brandenburg hat nach der Wende mit der Einführung des Pflichtfaches "Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde" (LER) 1996 den ersten Schritt gemacht. Wenn es uns gelingt, in einem weiteren Schritt das bestehende Berliner Ethikfach zu bewahren, halte ich dies für durchaus modellhaft auch für andere Bundesländer. Ich denke dabei primär an die Großstädte mit ihren von Nationalitäten und Religionen her sehr heterogenen Bevölkerungen. Es geht darum, gemeinsame Zukunft in Deutschland zu denken und zu leben. Die Chance, damit bei den Schüler/innen zu beginnen, bei denen gegenseitige Vorurteile vielleicht noch aufzubrechen sind, verstreichen zu lassen, halte ich für fahrlässig. Das Bundesverfassungsgericht hat 2007 dem Berliner Landesgesetzgeber jedenfalls mit einer bemerkenswerten Begründung den Rücken gestärkt und den Berliner Weg für zulässig erklärt.
Stört Sie eigentlich der Inhalt der Initiative "Pro Reli" oder die Art und Weise wie auf Stimmenfang gegangen wird oder beides?
Beides. Wenn "Pro Reli" zum Ziel kommen sollte, wäre das gegenüber der geltenden Berliner Regelung ein eindeutiger gesellschaftlicher Rückschritt: Die Trennung der Schüler/innen in einem Fach, in dem es um's Große Ganze geht, wird von "Pro Reli" locker - flockig mit dem Slogan "(Wahl-)Freiheit" als Fortschritt verkauft. Aus eigentlich "Contra - Ethik" wird so "Pro Reli". Viele durchschauen das zunächst nicht. Von daher sollte man, wenn man sich getäuscht fühlt, seine zunächst in gutem Glauben gegebene Unterschrift für "Pro Reli" durchaus beim Bürgeramt oder - schriftlich - gegenüber dem Berliner Landeswahlleiter zurückziehen.
Wie viele Menschen haben sich denn bei Ihnen zusammengeschlossen und aus welchen Verbänden, Organisationen, Kirchen usw. kommen sie?
Es gibt zur Zeit ungefähr 170 UnterstützerInnen unseres erst im Dezember veröffentlichten Aufrufes. Sie kommen vor allem aus der evangelischen und katholischen Kirche. Die Niederländisch-ökumenische Gemeinde in Berlin, das Ökumenische Netzwerk Initiative Kirche von unten (Ikvu) und der Aktionskreis Halle (AKH) unterstützen uns als Organisationen. Unter uns sind viele, die sich als Gemeindeglieder bezeichnen, aber auch auffallend viele PädagogInnen, TheologInnen und PfarrerInnen, die um die Situation in unserer Stadt besorgt sind. Fast täglich melden sich weitere ChristInnen, die ihre Freude darüber ausdrücken, dass es endlich eine ihnen glaubhafte Gegenstimme zu "Pro Reli" gibt. Nicht unterschätzen möchte ich, dass viele Menschen sich erst durch unseren Aufruf über den tatsächlichen Charakter des von "Pro Reli" vertretenen Anliegens klar geworden sind. Sie haben dadurch manchmal gar nicht erst unterschrieben oder haben ihre Unterschrift zurückgezogen. In erster Linie ist das Inhaltliche unser Anliegen. Wir wollen keine Organisation aufziehen. Aber in der aktuellen Situation braucht der Einsatz für die Jugendlichen in unserer Stadt weitere Mitstreiter/innen und/oder finanzielle Unterstützung.
Werden Sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen?
Es hat uns überrascht, wie stark das nach unserer Veröffentlichung des Aufrufes am 2.12. geschah. Aber auch hier gibt es noch Verbesserungsbedarf. Das ist einerseits eine finanzielle Frage, andererseits aber auch eine Mentalitätsfrage. Es ist schon noch übungsbedürftig, sich offen gegen das Votum der eigenen Kirchenleitung und der Synode zu stellen. Aus Gesprächen wissen wir, dass deutlich mehr Christen unsere Sicht der Dinge teilen, als diejenigen, die offen für das Pflichtfach Ethik eintreten. Es scheint, als hätten viele im aktiven kirchlichen Dienst Stehende Angst, sich in ihren Pfarr- oder Mitarbeiterkonventen zu isolieren. Ein kleiner Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung ist ja auch Ihr freundliches Interesse an diesem Interview.
Wie stark ist der Druck von "Pro Reli" gegen Sie und wie wehren Sie sich dagegen?
Von direktem offenem Druck gegen Personen habe ich nichts gehört. Es kam aber vor, dass Unterstützer von uns zu persönlichen Gesprächen durch Vertreter ihrer Kirche zu diesem Thema geladen wurden. Wir wissen auch, dass es, z. T. in den Gemeinden subtile Ausgrenzung gibt. Die einseitige Positionierung der Kirchenleitung und der Synode entfaltet hier schon einen gewissen Druck, Erwartungsdruck. Nicht umsonst sind Pfarrer, die uns unterstützen, meistens solche im Ruhestand. In einer Predigt von der Kanzel herab hieß es z. B.: "... dass es wohl keinen Grund gebe, hier nicht zu unterschreiben". Es braucht Mut und Zuversicht, um die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen unserer Stadt für wichtiger zu halten als die Gunst von Vorgesetzten oder auch Freunden.
Stoppt das Massaker in GAZA!
Demonstration in Berlin am 03.01.2009
So wie in anderen Städten Deutschlands demonstrierten am Samstag in Berlin ca. 10.000 Menschen gegen den israelischen Militäreinsatz in Gaza. Bei eisiger Kälte marschierten die Protestler nach starker Polizeikontrolle vom Roten Rathaus zum Potsdamer Platz. Besonderes beeindruckend waren ca. 2000 die palästinensische Frauen und Kinder, die die Spitze des Demonstrationszuges bildeten. Der Protest verlief ohne Zwischenfälle.
Auf Plakaten forderten die Teilnehmerorganisationen:
Stoppt das Massaker in Gaza
Freiheit für Palästina
Israel raus aus Gaza
Endet die Blokade gegen Zivilbevölkerung in Gaza
und riefen u.a.:
"Merkel finanziert, Israel bombardiert",
"Hoch die internationale Solidarität",
"Sofortige Ende des Blutbades"...
Es nahmen diesmal mehr Deutsche teil als bei den vorhergehenden Demonstrationen. Die Linke war mit 30 - 40 Teilnehmern vertreten. Die BO-Gesundbrunnen nahm fast vollzählig teil. Die Demonstration ging um ca. 17.45 Uhr zu Ende.
Am 6. Dezember demonstrierten Nazis wieder traditionell für ein "nationales Jugendzentrum" in Berlin, diesmal in Karlshorst. Sie versammelten sich um ca. 11.00 Uhr mit 150 - 200 Leute vor dem Ärztehaus Karlhorst. Um die Nazis zu schützen, waren rund 1.500 PolizistInnen im Einsatz.
Es ist zu begrüßen, dass sich viele verschiedenen Kräfte beteiligten, Fahnen der Linkspartei, SPD, DGB, IGM und ver.di waren in den frühen Morgenstunden am S-Bahnhof Karlhorst zu sehen. Die Nazigegner waren schon um 9.00 Uhr vor dem Kulturhaus Karlshorst und warteten dort auf die Nazis. Da eine Gegendemo nicht genehmigt worden war, verfolgten sie ein sehr abwechslungsreiches politisches Kulturprogramm im großen Saal des Kulturhauses. Einige ProtestlerInnen drangen in das Gebäude vor dem Kundgebungsort ein und versuchten von dort aus, die Nazi-Kundgebung zu stören.
Die Nazis-Demo startete mit ca. 500 Teilnehmern um 12.30 Uhr am S-Bahnhof Karlshorst. Bis zum Tierpark kamen sie zügig voran, aber in der Sewanstraße hatten rund 30 NazigegnerInnen die Straße blockiert. An der Blockade nahmen auch viele Lichtenberger Bürger und Bürgerinnen, darunter auch die Bezirksbürgermeisterin Christa Emmrich (DIE LINKE.), teil sowie Mitglieder der LINKEN im Wedding.
Die Polizei postierte Wasserwerfer und eine Sondertruppe am Blockadenort und räumte am Ende die Sewanstraße. Die Beamten gingen teilweise brutal gegen die Nazigegner vor. Ca. 30 Nazigegner wurden zum Polizeipräsidium in der Sewanstr. gebracht und kurzfristig festgenommen.
Durch die Blockaden wurde die Demonstration der Nazis mehrfach gestoppt und verzögert und es wurde verhindert, dass die Nazis auf ihrer traditionellen Route durch den Weitlingkiez marschierten.
Laut Polizeiangaben wurden im Laufe des Tages insgesamt 70 Personen festgenommen.
Dies ist eine zentrale Forderung, mit der DIE LINKE angetreten ist.
Dies ist auch die zentrale Forderung der Landesarbeitsgemeinschaft Hartz IV zur Vertretung der Interessen der Erwerbslosen und prekär Beschäftigten im Landesverband Berlin der Partei DIE LINKE (LAG Hartz IV Berlin).
Eine Hauptaufgabe dieses Zusammenschlusses wird neben der Durchsetzung dieser Forderung die Erarbeitung eines Alternativkonzeptes sein.
Unabdingbare Bestandteile dieses Konzeptes sollen sein:
Jeder soll teilhaben am soziokulturellen Leben. Daher muss die finanzielle Absicherung mindestens 60 Prozent des mediangemittelten Nettoäquivalenzeinkommen in Deutschland (Armutsrisikogrenze- zurzeit ca. 950 €) betragen.
Diese Mindestsicherung muss repressionsfrei und individualisiert ausbezahlt werden.
Eine weitere Hauptaufgabe wird darin bestehen, für die schrittweise Einführung eines Mindestlohns von 10 €+ zu streiten.
Solange Hartz IV existiert, wird der Zusammenschluss eintreten für eine Erhöhung des Regelsatzes bis zur Armutsrisikogrenze, die Abschaffung von Sanktionen, Verhinderung von Willkür bei den Jobcentern (Kontrolle der Jobcenter), ein Verbot von Leiharbeit (moderne Sklaverei), die Abschaffung von Ein-Euro-Jobs, gegen das Unterlaufen von Flächentarifverträgen u.v.m.
Die erste Gesamtmitgliederversammlung findet am 22. November von 13.00 - 17.00 Uhr im Karl-Liebknecht-Haus , Kleine Alexanderstr. 28 in Berlin-Mitte statt.
Kornelia Möller MdB wird ein Referat halten mit dem Thema: "Hartz IV überwinden - Für eine Neuorientierung der gesamten Arbeitsmarktpolitik" .
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage wurde Kuba und besonders die Provinz Pinar del Rio von einem zerstörerischen Hurrikan heimgesucht. Am 7.9.08 traf Hurrikan "Ike" mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h auf die Ostprovinzen Guantánamo und Holguin und zog über Las Tunas, Camagüey, Sancti Spiritus, Villa Clara, Matanzas, Havanna und Pinar del Rio am 9.9.08 weiter in Richtung Golf von Mexiko. 2,6 Millionen Menschen wurden evakuiert. Trotzdem sind 4 Tote zu beklagen. Hunderttausende Nutztiere wurden in Sicherheit gebracht. Zehntausende Häuser und das Stromnetz sind in weiten Teilen der Insel zerstört, landwirtschaftliche Kulturen (Zuckerrohr, Bananen, Zitrus, Maniok, Tabak u.a.) vernichtet.
Die Cuba S-Milchprojekte in Guantánamo, Sancti Spiritus, Havanna und erneut in Pinar del Rio sind stark betroffen. Konkrete Angaben über das Ausmaß der Schäden liegen noch nicht vor, auch, weil die Kommunikation mit unseren kubanischen Projektpartnern in den letzten Tagen kaum möglich war.
Cuba Sí wird seine Hilfe auf das Milchprojekt in Pinar del Rio konzentrieren und in Absprache mit seinen kubanischen Projektpartnern sowie in Abhängigkeit vom Ausmaß der Schäden auch auf die anderen Milchprojekte ausweiten.
Weiterhin bereitet Cuba Sí die Entsendung von zwei Schiffscontainern mit 15 Tonnen Hilfsmaterial vor.
In diesem Moment ist von höchster Priorität, an den Cuba Sí-Milchprojekten die Weiterarbeit zu gewährleisten, damit die Bevölkerung mit Lebensmitteln versorgt wird.
Cuba Sí, Berlin, 10.9.2008, 18.00 Uhr
Jeder Euro hilft!
Sonderspendenkonto DIE LINKE/Cuba Sí
Konto-Nr.: 13 2222 10
Berliner Sparkasse (BLZ 100 500 00)
VWZ: Milch für Kubas Kinder/Pinar del Rio
Für den Transport von Hilfsgütern:
DIE LINKE/Cuba Sí
Konto-Nr.: 4382 2100 00
Berliner Bank AG (BLZ 100 200 00)
VWZ: Kuba muss überleben
Am 13. September 2008 wurde zu Ehren von Paul Junius (geb. 10.07.1901 in Berlin) vor dem Haus Rügener Straße 22 von dem Bildhauer Gunter Demnig in Anwesenheit von Mitgliedern der Naturfreunde Berlin und Genossinnen und Genossen der LINKEN im Wedding ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein
Paul Junius war seit 1917 Mitglied der Naturfreunde und seit 1923 Mitglied der KPD. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 leitete er eine kommunistische Betriebszelle in dem Rüstungsbetrieb Askania-Werke. Als Mitglied der Saefkow-Gruppe war Junius für die illegale Arbeit in den Rüstungsbetrieben in Marienfelde und Mariendorf verantwortlich. Die Gruppe störte die Arbeit der kriegswichtigen Betriebe.
Am 13. Juli 1944 wurde Junius in Helmstedt, wohin die Produktion verlagert worden war, verhaftet, am 26. Oktober 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 4. Dezember 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.
Die Linke im Wedding trauert um ihren Genossen Wolfgang Krüger. Wolfgang verstarb nach langer schwerer Krankheit am 24. Juni. Bis zuletzt kämpfte er gegen die Krankheit an. Bis zuletzt war er aktiv. Aktiv für unsere gerechte Sache. Über die Jahre stand Wolfgang immer auf der richtigen Seite der Barrikade. Als Sohn einer kommunistischen Arbeiterfamilie aus dem Wedding war sein politisches Leben davon geprägt, sich immer für die so genannten Verlierer oder Bedrohten in dieser Gesellschaft einzusetzen. Seine Entwicklung hatte viele Stationen, er war aktiv im sozialistischen Jugendverband, aktiver Parteifunktionär, kämpferischer Gewerkschaftler und Betriebsrat, hartnäckiger Kommunalpolitiker und nicht zuletzt ein unermüdlicher Kiezaktivist.
Wolfgang Krüger
Wolfgang war ein Mensch, der das Leben liebte, der seine politische Arbeit nie als Last empfand. Er war streitbar und tolerant. Seine Art, die Dinge zu betrachten und sich für den Fortschritt in der Gesellschaft einzubringen, wurde selbst von seinen politischen Gegnern geachtet. So gelang es ihm fast immer, dass aus notwendiger Gegnerschaft nie Feindschaft wurde.
Für die Linke im Wedding war er ein wichtiges Bindeglied innerhalb unserer Partei. Für ihn war wichtig, dass er auch in gehobenen Positionen die Verbindung zur Basis als Voraussetzung für eine erfolgreiche linke Politik sah und für sie stritt.
Wolfgang fehlt uns, es fehlen uns sein Rat, seine Kritik, seine aktive Unterstützung und Aufmunterung. Er hat uns unter anderem auch darin bestärkt, uns aktiv in den Kiez einzubringen. Er hatte noch viel vor und große Pläne für seinen Sprengelkiez. Die Lücke zu schließen wird nicht einfach sein. Aber es ist nicht in seinem Sinne aufzugeben oder die Sachen schleifen zu lassen. Von Wolfgang haben wir Arbeit geerbt, Arbeit und Aktivitäten für die Menschen in unserem Kiez.
Er hat uns große Stiefel hinterlassen, in die wir erst rein wachsen müssen.
Veranstaltung am 12. Juni 08 im Haus der Jugend "Weg mit Hartz IV! - Und was kommt dann?"
Weg mit Hartz IV!
von Werner Schulten
Trotz harter Konkurrenz durch die Deutsche Fussballnationalmannschaft (EM-Spiel gegen Kroatien) kamen über 80 Interessierte ins Haus der Jugend, um mit kompetenten jungen Politikerinnen über dieses für Millionen Menschen existenzielle Thema zu diskutieren.
Die Stellvertretende Vorsitzende der LINKEN, Katja Kipping MdB und die Sprecherin der Grünen Jugend Berlin, Jenna Kowalski sprachen sich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen aus, die Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel konnte sich mit diesem Gedanken noch nicht anfreunden. Einig waren sich die drei Podiumsteilnehmer aber darin, dass Hartz IV weg muss und eine Grundsicherung repressionsfrei und individuell ausgezahlt werden muss. Die Moderatorin Susanne Götze konnte sich natürlich die Frage nicht verkneifen, ob sie hier eine mögliche Zukunftskoalition antrifft. Die drei jungen Frauen schienen nicht abgeneigt, auch wenn sich die jeweils anderen Parteien nach ihrem Wunsch in ihre jeweilige Richtung noch bewegen müssten. Die anschließend rege geführte Diskussion mit dem Publikum beantwortete ebenso viele Fragen wie sie neue aufwarf. Das ist bei einem Thema, das an die Grundsubstanz des herrschenden Systems geht, aber auch selbstverständlich.
Liebe Genossinnen und Genossen, Mitstreiterinnen und Mitstreiter, FörderInnen und UnterstützerInnen,
wir werden einen neuen Laden eröffnen, in der Malplaquetstraße 12, 13347 Berlin.
Seit 25. März wird dieser zur Nutzung vorbereitet.
Um die Finanzierung für das soziale und politische Angebot zu gewährleisten, hat sich ein Trägerverein gegründet.
Alle, die sich an der Aufrechterhaltung eines sozialen und politischen Angebotes in einem der ärmsten Stadtteile Deutschlands beteiligen möchten, können dem Förderverein beitreten oder spenden:
Wir, DIE LINKE.BO Wedding, wehren uns entschieden gegen undemokratische Tendenzen im Landesverband Berlin.
"Wenn wir wissen, dass viele Menschen in Deutschland sagen: Die da oben machen ja doch, was sie wollen, es lohnt sich doch gar nicht mehr, dann müssen wir dagegenhalten mit direkter Demokratie. Aber wir müssen auch dagegenhalten mit Glaubwürdigkeit. Glaubwürdigkeit ist das Schwerste...
Direkte Demokratie ist nur dann glaubhaft zu vertreten, wenn wir bei uns anfangen."
(Oskar Lafontaine in seiner Rede auf dem Gründungsparteitag)
Es ist nicht hinzunehmen, dass Informationen, die wir anderen Basisorganisationen unseres Bezirks Mitte zugänglich machen wollen, der Zensur unterliegen und sogar entfernt werden, ohne uns hierüber zu informieren. Unabhängig davon, ob es sich bei diesen Informationen um "genehmes" Material handelt oder um ein Flugblatt zum Erhalt einer Kinder- und Jugendbibliothek, die nach dem Willen auch der Mehrheit unserer BVV-Fraktion aus Spargründen an ihrem Standort Nauener Platz geschlossen werden soll.
Nach allen demokratischen Grundsätzen unserer Partei ist es völlig inakzeptabel, wenn der Geschäftsführende Landesvorstand Berlin im Dezember 2007 den Mietvertrag für die Räume des LinksTreffs, dem politischen und sozialen Zentrum der LINKEN im Wedding, zum 1. April 2008 kündigt, ohne auch nur ein einziges Wort mit uns, den Betreibern dieser Einrichtung, gesprochen zu haben, so dass wir dies erst Wochen später von Dritten erfahren. Dass die vom GLV informierten, der Vorstandsvorsitzende und die Schatzmeisterin des Bezirks, die anderen Vorstandsmitglieder erst über den Beschluss informiert haben, nachdem sie Wochen später ebenfalls von Dritten hiervon erfahren haben, macht die Sache nicht besser.
Für die Durchführung einer Volksabstimmung über den Vertrag von Lissabon (EU-Reformvertrag) in der Bundesrepublik Deutschland!
Nach dem Scheitern des EU-Verfassungsvertrages durch das Non und Nee einer Mehrheit von französischen und niederländischen Bürgerinnen und Bürgern haben die Staats- und Regierungschefs der EU hinter verschlossenen Türen wesentliche Teile der abgelehnten Verfassung in die geltenden EU- und EG-Verträge überführt. Diese Vertragsänderungen müssen nun durch alle Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. Dazu wollen die meisten Staats- und Regierungschefs möglichst keine Referenden durchführen, also auf Stimme und Meinung der Bürgerinnen und Bürger verzichten.
* Warum haben die Regierenden Angst vor dem Votum der Bürgerinnen und Bürger?
* Warum wollen sie nicht, dass die Bürgerinnen und Bürger sich ihr Europa selbst gestalten?
Der neue Vertrag wird die Europäische Union in vieler Hinsicht verändern. Und das hat gravierenden Einfluss auf die künftigen Existenz-, Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen. Ihre Zukunft wollen die Bürgerinnen und Bürger sich aber nicht von Regierungen vorschreiben lassen. Die wollen sie selbst gestalten und über deren Entwicklungsrichtung demokratisch entscheiden.
Deshalb fordert DIE LINKE eine Volksabstimmung über den Vertrag von Lissabon (EU-Reformvertrag)! Unterstützen Sie diese Forderung mit Ihrer Unterschrift! Treten Sie für Ihr Recht auf Mitgestaltung und Mitentscheidung bei europapolitischen Grundsatzentscheidungen ein!
Diskussion mit Rednern der GDL und dem Bündnis Bahn
für alle
Nein zur Börsenbahn
Warum brauchen die streikenden Lokführer unsere Solidarität?
mit: Dorotee Menzner, MdB, Verkehrspolitische
Sprecherin DIE LINKE im Deutschen Bundestag Michael Kretschmann, Vorsitzender der GdL
Ortsgruppe
Hauptbahnhof Franziska Drohsel, Landesvorsitzende der
Jusos Berlin
Zeit: Donnerstag, 29. November 2007, 19 Uhr
Ort: Haus der Jugend
Reinickendorfer Str. 55
U9 Nauener Platz
Zu den Kürzungen der Mittel für die Bezirke durch den Senat
DIE LINKE. Wedding (BO Neue Linke 65/21 und BO Wedding) setzt
sich konsequent dafür ein, dass die bezirklichen Leistungen
in den Bereichen Soziales, Bildung, Kultur und Jugend erhalten
und ausgebaut werden. Ob Jugendeinrichtungen, Stadtteilbibliotheken,
Mieterberatung für Erwerbslose, Lehrmittel an den Schulen
oder Unterstützung freier Träger in der Kulturarbeit,
diese (und andere) Leistungen sind unverzichtbar für unseren
Bezirk. Kürzungen in diesen Bereichen würden vor allem
die ohnehin sozial benachteiligten Stadtteile Wedding und Moabit
treffen. Ebenfalls unverzichtbar sind die Investitionen in Spielplätze
und Schulen. Völlig klar ist außerdem, dass Kürzungen
beim Personal im Interesse der Bürger und Beschäftigten
nicht verantwortbar sind. Schon jetzt sind viele Bereiche personell
unterbesetzt und viele Beschäftigte werden unzureichend
entlohnt.
Wer die realen Möglichkeiten des Schuldenabbaus für
das Land Berlin den Gefahren dieser Kürzungspolitik für
die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung nüchtern
gegenüberstellt, sollte insbesondere bei Berücksichtigung
der wirtschaftspolitischen Grundannahmen unserer Partei zu dem
Schluss kommen, dass der eingeschlagene Weg nicht zielführend
und deshalb abzulehnen ist.
Die Reduzierung der Zuweisungen und die Praxis, die Bezirke
zur Senkung der Leistungen auf den Durchschnitt zu zwingen,
ist eine Angleichung nach unten, bietet keine linke Perspektive,
führt unweigerlich zu einem stetigen Abbau der Leistungen
und im Ergebnis zu einer nachhaltigen Delegitimierung der Bezirke.
Ebenso wirkt die Übertragung der bezirkseigenen Gebäude
an eine privatrechtlich organisierte Unternehmung.
Die BO Neue Linke 65/21 fordert deshalb das Bezirksamt, den
Senat, den Landesvorstand, die BVV- und die Abgeordnetenhausfraktionen
dazu auf, Alternativen zu der Kürzungspolitik zu entwickeln
und den Bezirken langfristige Finanzierungssicherheit bei den
freiwilligen Ausgaben zu gewähren. Nur so können sie
ihr örtliches Knowhow bei der Bekämpfung von Armut
und Ausgrenzung wirksam nutzen.
Kurzfristig könnten zur Finanzierung der Bezirke die
Überschüsse herangezogen werden, mittelfristig wird
jedoch kein Weg an einnahmeseitigen Veränderungen vorbeiführen.
Zum Beispiel sollte die Gewerbesteuer an den Potsdamer Hebesatz
angepasst und die Möglichkeit geprüft werden, wie
auch die willkommenen Gäste unserer Stadt ihren Beitrag
zur Finanzierung der vielfältigen touristischen Erholungsangebote
leisten können.
Die Jerusalem Kinder- und Jugendbibliothek im Wedding muss erhalten bleiben!
75 Unterschriften in knapp 90 Minuten am Samstag,
10. November gesammelt
Es ist kaum zu glauben, soll aber Realität werden: Eine
Einrichtung, die von Kindern und Jugendlichen im Kiez angenommen
und genutzt wird, soll dicht gemacht werden!
Innenansicht der Jerusalem Kinder- und Jugendbibliothek
in der Schulstraße 99
Eine betroffene Mutter:
„Ich selbst habe zwei kleine Kinder (ein und drei
Jahre alt), die schon jetzt, entweder zusammen mit mir oder
mit ihrem Kinderladen, circa einmal wöchentlich die Angebote
der Bibliothek nutzen. Den Weg zum Luisenbad würde weder
ich noch der Kinderladen mit den Kindern machen, da dieser
doppelt so weit wäre wie bisher. Damit hätten wir
keine Bibliothek für Kinder in unserer Nähe. Das
Fehlen einer Bibliothek würde eine entscheidende Einbuße
meiner Lebensqualität bedeuten. Eben weil wir hier in
einem nicht unproblematischen Kiez wohnen, trifft man in der
Bibliothek, die übrigens immer gut gefüllt ist,
auf viele Kinder aus einkommensschwachen Familien und auf
Kinder mit Migrationshintergrund. Diese finden hier einen
Rückzugsort und erhalten durch die Unterstützung
vieler ehrenamtlicher HelferInnen die Möglichkeit überhaupt
Zugang zu verschiedenen Medien zu finden.“
Bildung und Wissenserwerb ist eine Investition in die Zukunft.
Gerade Kinder und Jugendliche sind stark kiezorientiert. Im
Wedding ist der Anteil von Kindern und Jugendlichen, deren
Familien nicht die finanziellen Grundlagen für die ausreichende
Ausstattung mit Lernmitteln haben, besonders hoch.
Uns, DIE LINKE. Wedding, liegt daran, dass Realpolitik ernst
macht mit der Bildungs- und Chancengleichheit. Deshalb darf
es keine Verlagerung, verbunden mit der Schließung der
Kinder- und Jugendbibliothek geben!
Verhindert mit Eurer Unterschrift die Schließung
des Bildungsstandorts im Wedding!
Erklärung auf der Website der "citybibliothek
berlin": "Wir beabsichtigen zum 01. März 2008
die Integration der Jerusalem-Jugendbibliothek in der Schulstraße
99 mit der Bezirkszentralbibliothek am Luisenbad am Standort
Badstraße/ Travemünder Straße vorzunehmen.
mehr..."
Die TeilnehmerInnen der Mitgliederversammlung am 26. Oktober
2007 der Linken, BO Wedding, protestieren aufs schärfste
dagegen, dass die Bahn AG zwei aktiv streikenden Lokführern
gekündigt und mindestens 200 Lokführern Abmahnungen
geschickt hat. Diese Maßnahmen dienen dazu, die Streikenden
einzuschüchtern und sind undemokratisch. Sie stellen
einen Eingriff in das Streikrecht dar.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
euer entschlossener Kampf gegen das Diktat der Bahn AG erhält
unsere breite Zustimmung und Anerkennung, alleine schon deshalb,
weil es trotz massiven Gewinnzuwachses Eure berechtigten Forderungen
ignoriert.
Wie die Reaktion des Vorstandes der Bahn AG zeigt, schadet
euer Streik dem geplanten Gang an die Börse und ist damit
ein wichtiger Schritt gegen die drohende Privatisierung der
Bahn, die sicher auf Dauer schlechtere Arbeitsbedingungen
zur Folge hätte.
Wir wünschen euch große Durchhaltekraft und einen
langen Atem, damit dieser Arbeitskampf für euch und auch
für die anderen Beschäftigten erfolgreich beendet
werden kann.
Bundeswehr raus aus Afghanistan! Podiumsdiskussion
zum Krieg in Afghanistan
Aufbauhilfe
statt Flugzeuge und Soldaten
Im
Haus der Jugend im Wedding wurde am 30. August über den
Krieg in Afghanistan informiert und diskutiert. Moderiert von Regina Sternal erläuterten
Claudia Haydt, Gert Winkelmeyer und Wolfgang Gehrcke, was die Realität für
die Bevölkerung Afghanistans nach nunmehr 6 langen Kriegsjahren bedeutet: Terror,
Angst, Tod und Verletzung.
Nicht nur die körperlichen Verletzungen,
sondern vor allem die seelischen führen dazu, dass sich
die Afghanen zunehmend der ausländischen Besatzer erwehren
und ihnen nicht mehr das Recht als Befreier vom Taliban-regime
aufzutreten, zubilligen wollen. Die Ursachen sind vielfältig,
die zur Änderung der Einstellung führten. Es sitzen,
so Claudia Haydt, mehr oder mindestens genau
so viele Frauen im Gefängnis wie zu Talibanzeiten. Die
„irrtümlich“ ums Leben gekommenen Menschen
durch Angriffe der ausländischen Soldaten haben zugenommen.
Die alten Strukturen der Kriegsfürsten und Drogenbarone
haben die Macht, sitzen in der Regierung und im „Parlament“
von Afghanistan. Die aktuelle und die vorherige deutsche Regierung,
beide mit SPD-Strategen besetzt, bauen seit der Wiedervereinigung
die Bundeswehr zu einer aggressionsbereiten Weltkriegsarmee
um. Dazu dient auch die Absicht, den Etat für die Bundeswehr
2008 um mehr als 2 Milliarden Euro zu erhöhen, weil unter
anderem die Marine hochseetaugliche Schiffe modernster Bauart
benötigt, um am Kap Horn den „Terror“ zu bekämpfen.
Bedenklich ist diese Linie, die da beschritten
und von Gerd Winkelmeyer aufgezeigt wurde.
Wolfgang Gehrcke erklärte, dass er die
Dinge bei der Debatte um die Verlängerung der Einsätze
der Bundeswehr beim Namen nennen wird: In Afghanistan beteiligen
sich deutsche Soldaten an einem Krieg! Es ist kein bloßer
Einsatz, es wird dort Krieg geführt. Sein Hinweis, dass
alle afghanischen Gruppen, die Widerstand gegen die Besatzungsarmeen
leisten, von der militärischen Einsatzleitung der Einfachheit
halber in den Sammelbegriff „Taliban“ eingeordnet
werden, zeigt ebenfalls das Bemühen, gegenüber der
bundesdeutschen Öffentlichkeit mittels Demagogie den Kriegseinsatz
zu rechtfertigen.
Die Veranstaltung, die von mehr als 50
Bürgerinnen und Bürgern besucht wurde, endete mit
dem Willen der Anwesenden, nicht nur die Demonstration am 15.
September zu einem Erfolg zu machen, sondern dafür zu kämpfen,
dass friedliche Gespräche den Krieg ablösen.
Fazit: Es lohnt sich immer, für
„Schwerter zu Pflugscharen“ einzutreten und Konflikte
auf friedlichem Wege unter Achtung des Selbstbestimmungsrechts
zu lösen. Schon deshalb, weil das Volk niemals zu den Kriegsgewinnlern
gehören wird. Das lehrt uns die eigene Geschichte mehr
als nachdrücklich!
Bernhard Tornow
Diskussionsveranstaltung mit:
Wolfgang Gehrcke MdB - außenpolitischer
Sprecher der LINKEN
Gert Winkelmeier MdB - Mitglied Verteidigungsausschuss
Claudia Haydt - Friedensaktivistin, Vorstand
IMI
Donnerstag, 30. August um 19.00
im Haus der Jugend im Wedding
Reinickendorfer Str. 55
U-Bhf. Nauener Platz
Donnerstag 21.06.2007, 19 Uhr im Haus
der Jugend, Reinickendorfer Straße, U-Bahnhof Nauener Platz.
Jenna Kowalski, Sprecherin
der Grünen Jugend Berlin
Ronald Blaschke, Wissenschaftlicher
Mitarbeiter von Katja Kipping
MdB Prof. Dr. Harry Nick,
Wirtschaftswissenschaftler und Publizist
Günter Sölken, Sprecher
des Netzwerks Grundeinkommen
Dr. Herbert Wilkens,
Wirtschaftswissenschaftler, ehem. Mitarbeiter des DIW
Moderation:
Susanne Götze, freie
Journalistin
Führt ein bedingungsloses Grundeinkommen
nicht zu fehlender Motivation, notwendige Arbeiten zu erledigen?
Oder erhöht es sie stattdessen, da ein Grundeinkommen die freie
Verfügung jedes Menschen über sein eigenes Leben ermöglicht,
und somit Freiheit zu selbst bestimmten, vielfältigen Aktivitäten?
In welcher Höhe sollte es gezahlt werden und wer soll es erhalten?
Welche gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen sind
die Folgen? Brauchen wir dann noch einen Mindestlohn oder ist
er Voraussetzung? Ist ein bedingungsloses Grundeinkommen für
alle in ausreichender Höhe überhaupt finanzierbar?
Auf dem Gründungstreffen des überparteilichen
Netzwerks Grundeinkommen wurden vier Bedingungen formuliert,
die das bedingungslose, garantierte Grundeinkommen erfüllen
soll. Es soll:
keinen Zwang zur Arbeit bedeuten,
einen individuellen Rechtsanspruch darstellen,
ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden
und existenzsichernd sein im Sinne der Sicherung einer gesellschaftlichen
Teilhabe.
Donnerstag 21.06.2007, 19 Uhr im Haus
der Jugend, Reinickendorfer Straße, U-Bahnhof Nauener Platz.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir, die Mitglieder der Linkspartei (BO Wedding, Reinickendorf
und der AG Betrieb & Gewerkschaft) erklären uns solidarisch
mit eurem Streik für die Verteidigung betrieblicher Rechte
und gegen die Spaltungsstrategien der Telekom-Unternehmer.
Wir haben aus unserer bitteren Erfahrung festgestellt, dass
Privatisierung und Ausgliederung einerseits und Personalabbau
und Angriff auf Besitzstände andererseits in zunehmendem
Maße an der Tagesordnung sind. Gleichzeitig setzen die
Konzernherren mit Erpressungen und Drohungen immer wieder
unsere Existenzen aufs Spiel.
Es ist eine Tatsache, dass die Beweggründe dieser Zeit
nur das Erreichen maximaler Profite sind. Diese Profitgier
basiert auf der Entrechtung aller Lohnabhängigen.
Ähnliche Beispiele haben wir in Berlin bei Samsung,
CNH und BSH hautnah erlebt. Diese Versuche haben gezeigt,
dass wir nur eine Chance haben, wenn wir unsere Kräfte
bündeln und zusammenhalten können. Es ist beschämend,
dass fast alle Politiker der Großen Koalition in letzter
Konzequenz auf der Seite der Reichen, Aktionäre und Lobbyisten
Platz genommen haben. Die Abstimmung der Vertreter des Bundes
im Aufsichtsrat ist ein Beweis dafür.
Wir merken in Notsituationen, dass nur abhängig Beschäftigte
miteinander solidarisch sind und auch auf Solidarität
angewiesen sind. Wir wissen, dass die geplante Auslagerung
der Bestandteil eines milliardenschweren Kürzungspaketes
der Telekom ist, ausgetragen auf dem Rücken der Beschäftigten.
(Obermannn und Co. versprechen nach der Vernichtung von 120.000
Arbeitsplätzen seit 1995 den Aktionären weitere
Kürzungen von 5 Mrd Euro bis zum Jahre 2010. Während
er sich also in Ihrem Namen um eine weltmarktbeherrschende
Stellung bemüht, können zigtausend Menschen mit
Lohneinbußen von 9 % und einer Erhöhung der wöchentlichen
Arbeitszeit um 4 Stunden rechnen.)
Das solltet ihr, die Beschäftigten nicht hinnehmen!
Wenn Unrecht zu Recht erklärt wird, muss es Widerstand
geben! Die Arbeitgeber, auch die Telekom-Unternehmer, müssen
wissen, dass viele soziale Errungenschaften in diesem Land
uns nicht geschenkt wurden. Sie sind dem Mut der Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer zu verdanken und sind aufgrund von Streiks
zustande gekommen. Daher dürfen sie auch nicht widerstandlos
zurückgegeben werden.
Man spürt schon jetzt aufgrund der Geschlossenheit, dass
Obermann und Co nervös sind. Die nahende G8-Gipfel und
die vorprogrammierte Blamage vor der Weltöffentlichkeit
machen sie unruhig. Wir hoffen, dass viele andere Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer sich vom Mut der Telekom Streikenden anstecken
lassen und sich in wirtschaftspolitische Entscheidungen in
diesem Land einmischen.
Nur im gemeinsamen Kampf kann es gelingen, unsere Ziele zu
erreichen. Lasst Euch deswegen nicht einschüchtern oder
zermürben! Dieser Streik ist auch ein legitimer Streik
zum Erhalt der Arbeitsplätze und für mehr Gerechtigkeit
in unserer Gesellschaft.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
euer Kampf ist wichtig und hat eine Signalwirkung. Wenn die
Telekom durchkommt, wiederholt sich das in anderen Firmen,
dann ist überall Ausgliedern und Billiglohn angesagt.
Demokratie findet nicht nur bei den Wahlen statt, sondern
auch im Betrieb. Wir solidarisieren uns mit Euch und wünschen
Euch einen langen Atem in diesem gerechten Arbeitskampf und
viel Erfolg.
Ab 6.00 Uhr versammelten sich die Streikenden vor den Toren
des Telekomgebäudes in der Holzhauser Str., um das Unternehmen
zu einer Reaktion zu bewegen. Den ganzen Tag wurde der Verkehr
zur Firma blockiert. Weder Firmen-LKWs noch die Autos der
Vorgesetzten wurden vorbeigelassen. Die Abteilung "Kundenniederlassung"
hatte heute Betriebsversammlung und musste in ihren Betrieb.
Mehrmals musste die Streikleitung die entsprechenden KollegInnen
darauf hinweisen, in den extra bestellten Bus einzusteigen,
da sie sich nicht von ihren streikenden KollegInnen trennen
wollten. Während einige KollegInnen begleitet durch ein
Trillerpfeifenkonzert die Tore der Firma dicht machten, bereiteten
die übrigen das für morgen geplante Kinder- und
Familienfest vor. Dieses Fest findet morgen ab 13.00
Uhr bei Verdi in der Köpenicker Str. 30 statt.
Der Streikleiter lud mehrmals von der Bühne aus das
Unternehmen an den Verhandlungstisch ein und warnt es außerdem
davor, dass der Streik ab 1.7. intensiviert werde, weil es
ab dann keinen Tarifvertrag mehr gebe. Er ermunterte die Streikenden
mehrmals, dass es keinen Grund zur Resignation gäbe,
weil das Unternehmen schon einige Schritte zu Gunsten der
Streikenden eingeschlagen habe, z. B. dass Neueingestellte
künftig für 20 Prozent statt 40 Prozent weniger
Lohn arbeiten sollen. Die Leitung betonte zum wiederholten
Mal, dass der Streik solange weitergehen werde, bis ein vernünftiges
neues Angebot komme.
Heute war die Streikhalle sehr voll. Die Streikenden waren
neugierig, ob diese Woche positive Neuigkeiten bringen würde.
Das wurde im Laufe des Tages nicht bestätigt. Ein Kollege
von der Streikleitung verkündete um 10 Uhr, dass das
Unternehmen sich immer noch nicht bewegen und an den Verhandlungstisch
kommen wolle.
Nach einigen Überlegungen kam man auf Vorschlag der
Streikleitung zu dem Schluss, dass alle sich am kommenden
Morgen, dem 5.6. um 8 Uhr, vor der Bundesdruckerei in der
Oranienstraße treffen und sich im Rahmen eines Aktionstages
mit der dortigen Belegschaft solidarisieren sollten. Mit den
KollegInnen der Bundesdruckei gemeinsame Sache zu machen,
sei eine gute Gelegenheit, den Streik aus der Isolation zu
holen. Dieser Vorschlag wurde mit langem Beifall akzeptiert.
Nach der Pause räumte die Streikleitung Falschmeldungen
aus, dass die Streikzeit negative Auswirkungen auf die abgeschlossene
Vorruhestandsregelung habe. Danach wurden die anstehenden
Abmahnungen thematisiert, und die Betroffenen reichten ihre
Schreiben an die Streikleitung ein.
April 2007
Wahlauswertung der Abgeordnetenhauswahl Berlin am 17.09.2006
Dokumentation der AG Wahlauswertung der BO Wedding
950 Entlassungen vor unserer Haustür — Schluss mit dem Arbeitsplatzabbau in Berlin
Nach Schließung der Werke Samsung, JVC, CNH und BSH hat der Stellenabbau auch den Traditionsbetrieb Schering im Wedding
erreicht. Die Industriearbeitsplätze in Berlin, einer nach dem anderen, stehen zur Disposition.
Na bitte! Mit meiner Hilfe findest du doch locker wieder den Einstieg ins Berufsleben!!
An einem Standort, an dem die Arbeitslosenquote bei 17 Prozent liegt, ist so ein Stellenabbau kriminell und verantwortungslos.
Hinzu kommt, dass Berlin nicht gerade üppig mit großen Industriebetrieben gesegnet ist und die Betroffenen es schwer
haben werden, Alternativen zu finden.
Der Bayer-Konzern, der Schering im vergangenen Jahr für knapp 17 Milliarden
Euro übernommen hat, plant ab Mitte 2008 950 der 5500 Arbeitsplätze im Berliner Werk zu streichen.
Der Stellenabbau mag zwar geringer ausfallen als befürchtet, doch für die Betroffenen ist das kein Trost. In der Tat
geht es um 950 Menschen, 950 Einzelschicksale, um die Zerstörung von 950 Existenzgrundlagen.
Besonders schmerzhaft und unverständlich ist, dass — wie schon so oft — ein gesundes, florierendes Unternehmen in so großem Umfang Stellen abbaut, und damit seinen Gewinn auf Kosten der KollegInnen optimiert.
Die MitarbeiterInnen von Schering bangen um ihre Arbeitsplätze, während die Konzernleitung im Gewinnrausch schwelgt.
Wir alle wissen, wer heute seine Arbeit verliert, findet nur schwer eine adäquate Stelle, wer heute auf der Straße steht,
landet spätestens in einem Jahr bei Hartz IV und wird damit von der Regierung auf's Abstellgleis geschoben und in die Armut
gedrückt.
Daher ist jetzt Solidarität gefragt! BerlinerInnen und Berlin müssen der Schering-KollegInnen zur Seite stehen, denn keiner
weiß, wer morgen dran ist. Kaum ein Arbeitsplatz ist heutzutage so sicher, dass man auf lebenslange Beschäftigung
vertrauen kann.
Der menschenunwürdigen, egozentrischen und profitorientierten Vorgehensweise des Bayer-Konzerns können wir nur gemeinsam
mit beispielhafter Solidarität entgegentreten. Wo Unrecht zu Recht wird, ist Widerstand legitim und notwendig!
Wenn das Unternehmen seine Pläne nicht zurückzieht und die Schering-KollegInnen sich gezwungen sehen, für ihre
Arbeitsplätze zu kämpfen, werden wir bei allen Aktionen und Protesten an ihrer Seite stehen und sie tatkräftig unterstützen.
Jede Stellenstreichung in Berlin ist eine zu viel!
Schluss mit dem Arbeitsplatzabbau bei Schering!
Für die Erhaltung des Standortes Berlin mit allen Arbeitsplätzen!