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23. August 2005
"Der Kanzler badet gerne lau!"
von Thomas Suckow |
Dieser Vorwurf Herbert Wehners an Willy Brandt, 1973, war ungerechtfertigt. Auf den heutigen Kanzler, Gerhard Schröder, dagegen,
würde dieser Ausspruch des großen Sozialdemokraten Wehner exakt zutreffen.
Das selbstbewusste Auftreten der Linken in Deutschland, einer neuen Linken, welche sich, endgültig jenseits der Sozialdemokratie,
zu den Werten eines demokratischen Sozialismus und zu den hohen Gütern der Solidarität und der sozialen Gerechtigkeit bekennt, hat
das neoliberale Kartell der Sozialabbau- und Lohndrücker-Parteien in Angst und Schrecken versetzt. SPD, Grüne, CDU/CSU und F.D.P.
spüren die Wut und Entschlossenheit derer deutlich, die sie unter den Worthülsen "Agenda2010" und "Hartz IV" belogen und abgezockt
haben. Sie sehen, dass ihre Opfer eine Stimme bekommen, dass sich die politischen Kräfteverhältnisse in diesem Lande, mit dem Auftreten
der Partei: Die Linke. PDS bedrohlich zu ihren Ungunsten verändern.
Persönliche Beleidigungen, Populismus, Demagogie und Ausgrenzung beherrschen seither die Auseinandersetzung mit der neuen linken
Bewegung in der Politik und in den Medien. Führende Persönlichkeiten wie Gregor Gysi und, mehr noch, Oskar Lafontaine werden als
Versager und Hinschmeißer beschimpft, als Bauernfänger und Hassprediger denunziert, als kompetenzlos und gesprächsunfähig abgelehnt.
Der Bundeskanzler, in unverschämter, wie auch peinlicher Missachtung der Würde seines Amtes, geht da ungeniert mit negativem Beispiel
voran. Sachlichkeit ist ab sofort verboten, basta!
Gerhard Schröder verweigert jede Auseinandersetzung mit anderen politischen Auffassungen, als der seinen. Das ist undemokratisch!
Der Kanzler belügt die Bürgerinnen und Bürger dahingehend, dass er seine Politik als alternativlos darstellt. Das ist undemokratisch!
Der Kanzler beleidigt, wertet ab, wird persönlich, zeigt sich unfähig zur sachlichen Stellungnahme. Das ist undemokratisch!
Wenn sich Gerhard Schröder seiner Sache so sicher ist, wenn seine Argumente die einzig stichhaltigen sind, dann müsste ein Rededuell
mit Oskar Lafontaine, beispielsweise, doch zu einem triumphalen Sieg für ihn, den Kanzler, geraten und zum Gewinn von Tausenden von
Wählerstimmen für die SPD führen.
Doch der Kanzler badet gerne lau! Er hat Angst! Deshalb unterhält er sich lieber nur mit den politischen Gegnern, die ohnehin ähnliche
Auffassungen und Vorstellungen als er selbst vertreten, genauso, wie er auch nur mit jenen Journalistinnen und Journalisten spricht,
welche brav die richtigen, gewünschten und vorformulierten Fragen stellen.
Welcher aufgeweckte, informierte Mensch glaubt denn ernsthaft noch, daß da ein nennenswerter Unterschied bestünde, zwischen SPD und
CDU/CSU, zwischen den Grünen und der F.D.P.? Dieses neoliberale Kartell der Bundestagsfraktionen, daß unser Land so fest im Griff hat,
streitet lediglich intern darum, wer schlimmer wüten darf, wenn es darum geht, die kleinen Leute ganz unten weiterhin zur Kasse zu bitten.
So spricht der schlaffe Kanzler dann auch lieber mit der blassen Kanzlerkandidatin.
Machen wir diese Show nicht länger mit. Stören wir den Ablauf dieser inszenierten, neoliberalen Revierkämpfe, für welche die Wahlen
seit Jahr und Tag mißbraucht werden.
Wir kleinen Leute ganz unten haben genug bezahlt. Es wird Zeit, endlich das Geld dort zu holen, wo es überreich vorhanden ist.
Demokratie heißt:
Es gibt immer eine Alternative!
Die Alternative heißt:
Schröder: Am 18. September ist Dein Badewasser kalt!
ViSdP.: PDS-BO Wedding - Thomas Suckow c/o LinksTreff, Prinz-Eugen-Str. 11, 13347 Berlin
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